Supercharger Anleitung für Tesla Fahrer und Fremdmarken Fahrer

Supercharger Anleitung - So lädst du richtig!

Seit dem 15.02.2022 sind nun alle Supercharger in den Niederlanden für Fremdfabrikate geöffnet. Mit diesem Öffnungsschritt sind die Niederlande das erste Land weltweit, in dem alle Supercharger für beliebige Elektroautos (Voraussetzung  CCS-Ladeanschluss) zur Verfügung stehen. Wir möchten diesen Schritt zum Anlass nehmen, ein “Supercharger Knigge” zu verfassen, um das Laden für alle Elektroautofahrer so einfach wie möglich zu gestalten und Wartezeiten beim Laden zu vermeiden, denn auch für Tesla Fahrer gibt es eine Tipps & Tricks!

Erklärung Supercharger Varianten: Ein Supercharger der 3. Generation (V3, erkennbar daran, dass an der Ladesäule nur ein CCS Ladekabel hängt) kann im Idealfall bis zu 250 kW abgeben. Supercharger der 2. Generation (V2 erkennbar daran, dass an der Ladesäule zwei Ladekabel hängen - ein CCS und ein Kabel für alte Model S und Model X) können bis zu 150 kW abgeben. Wir empfehlen allen Tesla Model 3 und Model Y Fahrern sofern verfügbar einen V3 Supercharger zu wählen, denn diese Modelle laden in der Peak mit über 200 kW. Ein V3 Supercharger hat dann den Vorteil, dass die volle Ladeleistung genutzt werden kann, um den Akku so schneller zu laden. Andersrum sollten Tesla Model S und Model X Fahrer der aktuellen Generation bei Möglichkeit einen V2 Supercharger nutzen, denn diese Modelle können in Europa gegenwärtig von einer maximalen Ladeleistung bis zu 142 kW profitieren. Dies entspricht in etwa der Spitzenladerate (150 kW). Wenn du als Model S oder Model X Fahrer an einem V3 Supercharger laden möchtest, benötigst du einen entsprechenden CCS Adapter. 

Geteilte Leistung: V2 Supercharger funktionieren gepaart (1A,1B ; 2A, 2B...) und teilen sich die maximale Leistung von 150 kW untereinander auf. Wenn der Posten 1A besetzt ist, aber 1B, 2A und 2B frei sind, dann solltest du entweder 2A oder 2B wählen. V3 Supercharger funktionieren alleinstehend und liefern pro Ladepunkt bis zu 250 kW. 

Für Fremdmarken Fahrer:in: Wie funktioniert das Laden für Fremdmarken Fahrer an Tesla Superchargern überhaupt? - Bevor ihr euer Elektroauto am Tesla Supercharger laden wollt, müsst ihr euch die Tesla App herunterladen. Im nächsten Schritt erstellt ihr euch ein Kundenkonto und hinterlegt eine Zahlungsmethode (wahlweise Kreditkarte oder die IBAN für ein SEPA Lastschriftmandat). Sind alle notwendigen Daten hinterlegt, schließt ihr zuerst euer Elektroauto an und öffnet dann die Tesla App. Diese lokalisiert euren Standort und zeigt den entsprechenden Supercharger an. Im Anschluss wählt ihr in der App die Ladesäule aus, wo ihr laden wollt. Dies ist über die entsprechende Nummer am Fuß der Ladesäule herauszufinden. Anschließend bestätigt ihr die gewünschte Zahlungsweise und das laden kann beginnen. In der Tesla App erscheint während des Ladevorgangs die aktuelle Ladeleistung in kW, wie viel kW bereits nachgeladen wurden und natürlich, wie hoch die aktuellen Kosten sind. Die Kosten variieren in den Niederlanden derzeit zwischen 0,68€ und 0,71€ je geladene kW. Sobald der Ladevorgang gestoppt wurde, findet ihr in der Ladeübersicht an welchen Supercharger ihr wie viel und zu welchem Gesamtbetrag geladen habt. So verliert ihr keinen Überblick.

Für Tesla Fahrer:in: In der Tesla Navigation lässt sich die aktuelle Auslastung der Tesla Supercharger anzeigen. Es ist also empfehlenswert zu schauen, wie stark frequentiert der Supercharger ist. Mittlerweile liegen einige Supercharger sehr nah beieinander, sodass sich gegebenenfalls die Anfahrt eines alternativen Superchargers lohnt. Als Beispiel die Supercharger Irxleben und Hohenwarsleben an der Autobahn A2. Diese beiden Supercharger trennen gerade einmal 1,2 Kilometer. Der Supercharger Irxleben bietet 12 V3 Supercharger, der Supercharger Hohenwarsleben hingegen nur 6 V2 Supercharger. Hier lohnt es sich gerade als Model 3 und Model Y Fahrer genau darauf zu achten, welchen Standort man wählt. Ist ein entsprechender Supercharger gefunden, wird der Ladestecker angeschlossen (Tipp: Durch Drücken des Knopfes am Ladestecker öffnet sich die Ladeklappe von alleine) und das Laden kann beginnen. In der Tesla App und auf dem Tesla Bildschirm erscheint während des Ladevorgangs die aktuelle Ladeleistung in kW, wie viel kW bereits nachgeladen wurden und anschließend natürlich, wie hoch die aktuellen Kosten waren. Abgerechnet wird dann über die im Tesla hinterlegte Zahlungsmethode.

Nach Beendigung des Ladevorgangs solltest du dein Elektroauto von der Ladesäule entfernen. Dies ist nur fair gegenüber anderen Elektroauto Fahrern die auf einen Ladeplatz warten, des Weiteren erhebt Tesla ab 5 Minuten nach Beendigung des Ladevorgangs (also auch beim Erreichen des eingestellten Ladelimits), bei gewisser Auslastung eine Blockiergebühr. Diese beträgt an deutschen Superchargern ab 50% Auslastung 0,50€ pro Minute, bei 100% Auslastung 1,00€ die Minute. Weitere Gebühren im Ausland findest du hier: Supercharger- Blockiergebühr | Tesla Deutschland

Da in Zukunft davon auszugehen ist, dass Tesla auch weitere Supercharger für Fremdfabrikate öffnet, sollte sich jeder Elektroautofahrer über seine maximale Ladeleistung informieren, um so bei Möglichkeit Ladesäulen mit schnellerer Ladeleistung für Elektroautos, die diese auch abrufen können, nicht zu blockieren. Auch bei anderen Ladesäulen Anbietern gibt es verschiedene Leistungsstufen. Hier lohnt es sich grundsätzlich darauf zu achten, welche maximale Ladeleistung das eigene Auto abrufen kann. Zur Veranschaulichung haben wir hier noch den Supercharger Knigge vom Tourig Club Schweiz. Durch das recht kurze Ladekabel sollte das Elektroauto schon entsprechend geparkt werden, um ein einfaches Laden zu ermöglichen.

(Quelle: Touring Club Schweiz https://www.linkedin.com/pulse/tesla-%C3%B6ffnet-weitere-supercharger-f%C3%BCr-fremdmarken-gibt-bolliger/?trk=pulse-article_more-articles_related-content-card&originalSubdomain=de)