Teslas Vision vom autonomen Fahren schreitet weiter voran – doch nicht für alle. Auf dem Q2 2025 Earnings Call hat Tesla umfangreiche Informationen zur zukünftigen FSD-Hardware (Full Self-Driving) präsentiert. Im Fokus: das neue AI5-System, die Grenzen der aktuellen Hardwaregenerationen HW3 und HW4 – und die bittere Nachricht, dass ein Hardware-Upgrade für HW3-Fahrzeuge weiterhin nicht in Sicht ist.
Kein Upgrade für HW3 – vorerst
Tesla-Besitzer mit HW3-Hardware, die beim Kauf das FSD-Paket gewählt haben, warten seit Jahren auf ein angekündigtes Upgrade auf neuere Systeme wie HW4 oder AI5. Nun steht fest: Ein Upgrade bleibt vorerst aus, da es erst dann erfolgen soll, wenn FSD vollständig autonom (unsupervised) funktioniert.
Das Problem liegt in der technischen Komplexität:
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Leistung und Kühlung: HW4 und AI5 benötigen deutlich mehr Strom und Kühlung – das ist mit dem Aufbau aktueller HW3-Fahrzeuge nicht kompatibel.
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Kamera und Verkabelung: Für präzises Lesen von Verkehrsschildern oder Manövrieren auf engem Raum könnten neue, hochauflösende Kameras notwendig werden. Doch die aktuelle Verkabelung reicht dafür nicht aus.
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Physikalische Limits: HW3-Fahrzeuge stoßen laut Tesla bereits heute an ihre Grenzen. Zukünftige FSD-Versionen werden zwar noch ausgeliefert, jedoch in abgespeckter Form auf separatem Software-Zweig.
HW4 – solide Grundlage für FSD der Gegenwart
Besser sieht es für Besitzer eines aktuellen Tesla mit HW4-Hardware aus. Diese ist bereits heute in der Lage, FSD ohne menschliches Eingreifen umzusetzen, wie das Robotaxi-Projekt in Austin zeigt. Doch auch hier bleibt ungewiss, ob ein Upgrade auf AI5 überhaupt möglich sein wird – die technischen Hürden sind hoch.
Elon Musk selbst sprach von einem 2- bis 3-fach höheren Energiebedarf des neuen AI5-Systems, was eine komplett neue elektrische Architektur inklusive Kühlung nötig machen würde.
AI5 ab Ende 2026 – mit massivem Leistungssprung
Die neue AI5-Hardware soll ab Ende 2026 erstmals in Serienfahrzeuge wie das Cybercab integriert werden. Die Eckdaten:
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3- bis 5-fache Rechenleistung im Vergleich zu HW4
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Mehr neuronale Netze und schnellere Entscheidungsprozesse
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Grundlage für echte, autonome Mobilität
Tesla plant zudem langfristig mit AI6, das eng mit dem firmeneigenen Supercomputer Dojo verzahnt sein wird. Ziel ist es, Trainings- und Fahrzeugsysteme vollständig zu synchronisieren, um den Entwicklungsprozess weiter zu optimieren.
Empfehlung für Unentschlossene: Leasing statt Warten
Wer aktuell überlegt, einen Tesla mit FSD zu kaufen, aber unsicher ist, ob ein späteres Upgrade möglich ist, dem empfiehlt Tesla indirekt: Leasing über 48 Monate. Bis AI5 serienreif ist und sich softwareseitig von HW4 abhebt, könnten Jahre vergehen – das aktuelle HW4 ist bereits autonomiefähig, wenn auch ohne garantierte Upgrade-Perspektive.
Fazit: Zukunft klar gezeichnet, aber nicht für alle erreichbar
Tesla hat mit dem Earnings Call ein klares Zeichen gesetzt: Die technische Zukunft liegt bei AI5 und AI6, doch ältere Generationen wie HW3 werden nicht vergessen – nur eben nicht mehr mitgezogen. Wer heute in FSD investieren will, muss sich gut überlegen, wie zukunftssicher das eigene Fahrzeug ist. Für HW3-Besitzer bietet Tesla immerhin die Möglichkeit eines Fahrzeugwechsels mit FSD-Transfer, unter anderem in Europa